Drei Ebenen der Transformation

Grundfragen

Die Transformation von der gegenwärtigen nicht nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise zu einer nachhaltigen vollzieht sich auf drei Ebenen: 1. der technologischen, 2. der politisch-ökonomischen, 3. der kulturellen Ebene.

Die technologische Ebene

Probleme wie Klimakrise und Umweltgifte sind zunächst einmal technische Probleme: sie werden durch Technologien verursacht, die die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft verletzen – fossile Brennstoffe, Kernenergie, Petrochemie und andere. Diese Technologien lassen sich durch neue Technologien ersetzen, die die mit den alten Technologien verbundenen Probleme abstellen, also erneuerbare Energien und Energiespeichertechnologien, biochemisch erzeugte und biologisch abbaubare Materialien statt Plastik und anderen Giftstoffen, Recyclingverfahren und dergleichen mehr. Diese Technologien sind größtenteils bereits bekannt, auch wenn in einigen Bereichen noch Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht. Sie werden allerdings noch nicht in so breitem Maße eingesetzt, wie dies wünschenswert wäre.

Die politisch-ökonomische Ebene

Diese Technologien erfordern aber Märkte und politische Mehrheiten – und damit sind wir bei politisch-ökonomischen Problemen. Noch ist die Kreislaufwirtschaft in vielen Bereichen teurer als die bisher übliche Durchsatzwirtschaft, auch wenn die neuen Technologien in einigen Bereichen bereits konkurrenzfähig sind. Allerdings haben sich viele Produktionsanlagen der Durchsatzwirtschaft noch nicht amortisiert, so dass der Ausstieg für die Betreiber einen wirtschaftlichen Verlust darstellt. Vielfach scheitert die Durchsetzung kreislaufwirtschaftlicher Technologien auch an politischen Widerständen. Es müssen also nicht nur Märkte für nachhaltige Technologien geschaffen, sondern auch politische Mehrheiten dafür gefunden werden.

Die kulturelle Ebene

Und damit sind wir bei der dritten, wohl am schwierigsten umzusetzenden Ebene der Nachhaltigkeitsproblematik: es ist ein kulturelles Problem. Um Märkte und politische Mehrheiten für die Wende zu schaffen, ist ein Bewusstseinswandel erforderlich. Viel zu viele Menschen definieren sich über das Haben, sehen in Konsum den hauptsächlichen Lebensinhalt. Sie verbringen einen Großteil ihrer Freizeit in Einkaufszentren, um Dinge zu kaufen, die sie nicht wirklich brauchen – und nach wenigen Monaten den Reiz des Neuen verlieren, so dass der nächste Besuch im Konsumtempel ansteht. Wer so denkt, wählt Parteien, die noch mehr Konsum versprechen, und eher keine Parteien, die die Transformation zur Nachhaltigkeit vorantreiben wollen. Hier muss sich also etwas ändern – die Konsumentenmentalität, auf der die Durchsatzwirtschaft beruht, muss überwunden werden, das Leben mit Sinn erfüllt werden, damit die Leute es nicht mehr mit Konsum ausstopfen müssen.

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