Wir brauchen Unternehmer!

Wirtschaft & Soziales

Viele Linke haben ein Feindbild: den Unternehmer. Aber dieses Feindbild ist falsch. Denn wir brauchen Unternehmer. Manche denken bei dem Stichwort „Unternehmer“ an Tech-Giganten, die mit Rechtsextremisten gemeinsame Sache machen, oder an große Konzerne, die den Profit über alles stellen. Aber Unternehmer, das sind auch Ladeninhaber, Handwerksmeister und selbstständige Landwirte – Menschen, die „ihre eigenen Chefs“ sind und sich mit Fleiß und klugem Wirtschaften einen bescheidenen Wohlstand erarbeiten. Und gerade in der heutigen Zeit haben wir Unternehmer nötig. Es sind Unternehmer, die Innovationen auf den Weg bringen, die neue Technologien aus den Forschungslaboren auf die Märkte bringen. Denn der Umbau der Wirtschaft von der Durchsatz- zur Kreislaufwirtschaft erfordert zahlreiche Innovationen, weil viele Technologien und Verfahren neu gedacht und neu erfunden werden müssen.

Darum bin ich ein Anhänger der Gewerbefreiheit. (Ein zweiter Grund ist, dass die Gründung eines Unternehmens ein Akt der Selbstverwirklichung ist, der der Allgemeinheit nützt, weshalb jeder Mensch das Recht darauf haben sollte, es zumindest zu versuchen. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass ich aus einer Kleinunternehmerfamilie stamme, das muss ich an dieser Stelle einräumen.) Ich bin also eher ein Liberaler als ein Sozialist. Natürlich sollten Unternehmer sozial verantwortlich handeln, getreu dem in Artikel 14 des Grundgesetzes nieder gelegten Prinzip: „Eigentum verpflichtet“. Die Gewerbefreiheit ist also im demokratischen Rechts- und Sozialstaat nicht absolut, sondern hat ihre Grenzen – aber das gilt eigentlich für jedes Freiheitsrecht, absolute Freiheit kann es nicht geben.

Und ein Unternehmer hat auch das Recht darauf, gut zu verdienen. Jede Unternehmensgründung ist mit einem Risiko verbunden. Man muss zunächst Kapital investieren und hat keine Erfolgsgarantie. Viele Unternehmensgründungen scheitern. Darum muss das Risiko des Kapitalverlustes durch Gewinne im Erfolgsfall ausgewogen werden – der Erwartungswert muss positiv sein, und zwar deutlich positiv. Das Risiko muss belohnt werden. Und es schadet ja auch nicht, wenn einige mehr haben als andere, solange alle genug haben. (Zwar hat sich die Trickle-down-Theorie, wonach die Gewinne der Reichen automatisch nach unten „durchsickern“, als unzutreffend erwiesen, aber die Volkswirtschaft ist andererseits auch kein Nullsummenspiel, in dem niemand reicher werden kann, ohne dass jemand anderes ärmer wird; die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Aber sozial verantwortlich handelnde Unternehmer schaffen Wohlstand, im günstigsten Fall für alle.)

Wie eine Welt ohne Unternehmer aussieht, hat man am Ostblock gesehen. Dort gab es keine Unternehmer, sondern nur Betriebsdirektoren, und die dachten in der Mehrzahl nicht unternehmerisch, sondern bürokratisch. Innovationen fanden kaum statt, denn der Erwartungswert für Innovatoren war negativ: im Erfolgsfall erhielt der Innovator eine Auszeichnung, für die er nichts kaufen konnte; im Misserfolgsfall verlor er seinen Posten und musste mit einem Strafverfahren wegen Sabotage rechnen. Das Ergebnis war, dass die meisten Betriebe in den 80er Jahren noch die gleichen Produkte mit den gleichen Verfahren produzierten wie in den 50er Jahren. Fortschritt sieht anders aus! Dies war einer der Hauptgründe für das Scheitern des Staatssozialismus.

Wir brauchen also Unternehmer. Denn Unternehmer schaffen Innovationen, und Innovationen sind, woraus die Zukunft unserer Wirtschaft gemacht ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert