Mehr Praxis, weniger Theorie!

Frieden & Demokratie Grundfragen

Die Konservativen wissen keine Antwort auf die Krise, sie können die Probleme nicht lösen – oder sie wollen nicht. Eigentlich eine Steilvorlage für die progressiven Parteien, aber stattdessen profitiert die extreme Rechte, von der Lösungen ebenso wenig zu erwarten sind wie vom Papst ein Bekenntnis zum Islam. Warum schwächeln also die Progressiven (mit wenigen Ausnahmen wie dem Erfolg der Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg)?

Eine Antwort ist, dass der progressive politische Diskurs zu theorielastig ist. Es wird viel darüber diskutiert, was man machen müsste, ohne es wirklich zu tun. Das überzeugt die Wähler nicht. Dabei ist in der Theorie alles klar. Schluss mit fossilen Brennstoffen, Energie-, Mobilitäts-, Logistik- und Agrarwende forcieren, Übergang von der Durchsatz- zur Kreislaufwirtschaft, überschüssigen Kohlenstoff aus der Atmosphäre holen und als Bau-, Werk- und Syntheserohstoff nutzen. Die Theorie ist geklärt, jetzt ist die Praxis gefragt!

Natürlich kann man aus der Opposition heraus, oder als Juniorpartner in einer Koalition mit Konservativen, keine Wunder bewirken. Aber man kann ein praktisches, konkretes Leitbild präsentieren, wie eine bessere Zukunft im einzelnen aussehen kann. Und das fehlt derzeit. Statt den Brand zu löschen, wird diskutiert, wie man ihn am besten löscht, oder gar nur, wer ihn gelegt hat. Dabei drängt die Zeit. Jetzt ist Handeln statt Reden gefragt. Alle demokratisch legitimen Mittel sollten jetzt mobilisiert werden, eine Wende zu einer besseren Zukunft zu forcieren. Cem Özdemir hat die Wahl gewonnen, weil er für eine glaubhafte Alternative zum „Weiter so“ steht. Denn nur wer eine attraktive Alternative zum „Business as usual“ vorlegen kann, kann Wahlen gewinnen!

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