Wo bleibt die Zukunft?

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Die gegenwärtige Bundesregierung streitet sich über ihren Kurs, statt dringende Probleme anzupacken; die beiden Koalitionspartner haben anscheinend kaum Gemeinsamkeiten, die über das hinausgehen, was in einer modernen Demokratie selbstverständlich sein sollte. Das schafft kein Vertrauen in eine bessere Zukunft und ist somit Wasser auf die Mühlen der Populisten, die den Wählern versprechen, eine vermeintlich bessere Vergangenheit wieder herzustellen.

Aber die Vergangenheit war nicht besser. Vor allem nicht die Vergangenheit, von der die Populisten träumen: eine Vergangenheit, in der es einen starken Führer gab, der den Menschen vorschrieb, wie sie zu denken hatten. Eine Vergangenheit, in der Probleme geschaffen, um sie dann auf Sündenböcke abzuwälzen, statt gelöst wurden. Wer von der AfD oder dem BSW die Lösung von Problemen erwartet, der denkt ebenso realitätsfern, wie jemand, der vom Papst ein Bekenntnis zum Islam erwartet.

Die Demokraten sollten jetzt zusammen stehen, um gemeinsam die Probleme des Landes in Angriff zu nehmen. Das bisherige Wirtschafts- und Wohlstandsmodell funktioniert nicht mehr, weil es nicht nachhaltig ist. Es basiert auf nicht erneuerbaren Ressourcen, und produziert mehr Abfälle, als die Natur absorbieren kann. Dabei haben Umwelt- und Wirtschaftskrise eine gemeinsame Lösung: den Umbau der Volkswirtschaft von einer Durchsatz- zur Kreislaufwirtschaft. Das verringert nicht nur unseren – viel zu großen – „ökologischen Fußabdruck“, sondern belebt auch die Konjunktur und schafft Arbeitsplätze und Wohlstand.

Die Wende zur Nachhaltigkeit ist ein großes Projekt, das sich die Demokraten aller Parteien zu eigen machen können, um der Gesellschaft eine attraktive Zukunftsperspektive zu geben und zugleich die Populisten zurückzudrängen und so die Demokratie zu stabilisieren. Denn die Populisten nähren sich von Ängsten und Sorgen, von ungelösten Problemen. Und wer an eine bessere Zukunft glaubt, der sehnt sich nicht nach einer vermeintlich besseren Vergangenheit.

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