Büros zu Wohnungen

Bauen & Wohnen

In Deutschland (und anderen Ländern) sind Wohnungen knapp und Mieten hoch, vor allem in den größeren Städten. Die Jugend protestiert, aber auch ältere Ehepaare, die sich wohnungsmäßig verkleinern wollen, weil die Kinder aus dem Haus sind und die Kinderzimmer nicht mehr gebraucht werden, finden nur schwer etwas Passendes, und es wird über die Enteignung von Wohnungskonzernen diskutiert. Gleichzeitig stehen immer mehr Büroflächen leer. Das führt zu der berechtigten Forderung, die leer stehenden Büroflächen zu Wohnungen umzubauen.

Dabei steckt freilich der Teufel, wie so oft, im Detail. Denn die Wohnnutzung stellt ganz andere Forderungen an die Architektur als der Bürobetrieb. In den Bürobauten gibt es oft große Räume mit lediglich dünnen Trennwänden, und zentrale Mehrfach-Toilettenanlagen für ganze Etagen. Wohnungen hingegen brauchen jeweils eigene sanitäre Anlagen und Küchen, und solide Wände, damit sich die Bewohner nicht gegenseitig stören. Der Umbau von Bürobauten zu Wohnhäusern ist daher ziemlich aufwendig, und das schreckt Investoren ab.

Aber zumindest die tragende Struktur des Gebäudes sollte erhalten bleiben können, insofern ist der Umbau wahrscheinlich nicht teurer als Abriss und Neubau. Vor allem werden dadurch Ressourcen geschont, was im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit wäre. Viele Bürobauten liegen zudem in den Innenstadtbereichen, wo die Wege kurz und Arbeitsplätze und Einkaufsmöglichkeiten nah sind.

Sicherlich taugt nicht jeder Bürobau gleichermaßen zum Umbau zu Wohnungen, aber solche Umbauten sollten zumindest ernsthaft in Erwägung gezogen werden, um die Wohnungsknappheit zu lindern und den Leerstand von Büroflächen zu verringern.

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