Bisher sind die meisten Akkus in E-Autos, Laptops, Smartphones und anderen Geräten Lithium-Ionen-Akkus. Aber: Lithium ist knapp und teuer, nicht überall verfügbar (was zu geopolitischen Risiken führt), und die Gewinnung ist mit Umweltbelastungen verbunden.
Daher suchen Wissenschaftler nach Alternativen. Als aussichtsreichste Alternative gelten Natrium-Ionen-Akkus, die in China bereits industriell produziert werden. Denn Natrium ist als Nachbar des Lithiums im Periodensystem dem Lithium ähnlich genug, um an seine Stelle zu treten. Und: Natrium ist reichlich und an mehr Orten verfügbar – wer Zugang zum Meer hat, hat automatisch auch Natrium -, billiger und in der Gewinnung umweltfreundlicher als Lithium.
Natrium könnte in der Akkutechnologie das werden, was Silicium in der Halbleitertechnologie ist: ein relativ preiswertes zentrales Funktionsmaterial, das ein zunächst genutztes teureres verdrängt. Die ersten Halbleiterschaltkreise bestanden nämlich noch nicht aus dem extrem häufigen Silicium, sondern aus dem seltenen und teuren Germanium, das heute weitgehend vergessen ist und nur noch für Spezialanwendungen eine Rolle spielt. Lithium könnte in ähnlicher Weise das Germanium, Natrium hingegen das Silicium der Akkutechnologie sein.